Trauma-Sensitives Yoga

bei Traumata und Bindungsstörungen

Trauma-Sensitives Yoga und Traumata

Das KÖRPERGEFÜHL stärken und den eigenen Körper wieder als SICHER empfinden.

Traumatisierte Menschen, vor allem komplex traumatisierte Menschen, leiden an den Folgen dessen, was - oft nahestehende - Menschen ihnen körperlich und seelisch zugefügt haben; eine der Folgen ist der Verlust des Gefühls für den Körper. Der eigene Körper wird als unsicher empfunden, da er ja im Verständnis des Betroffenen offensichtlich nicht in der Lage ist, sich selbst in Sicherheit zu bringen und zu schützen.

Das Gefühl und das Bewusstsein für

  • Gewicht / Druck
  • Temperatur
  • Spannung / Entspannung
  • Bewegung / Ruhe
  • Atmung

können teilweise oder ganz verschwinden und Betroffene empfinden oft Scham und Schuldgefühle für das Abhandenkommen ihrer körperlichen Empfindungen - andere Menschen können ja "ganz normal" ihren Körper wahrnehmen, nur sie selbst nicht.

Beim Trauma-Sensitiven Yoga (TSY) etablieren wir gemeinsam ein Gefühl für den Körper und für Positionen, die sich sicher (und) angenehm anfühlen. Langsam, in Deinem Tempo, erweitern wir den Spielraum Deines Körpergefühls, tasten uns heran an Grenzen, die Dir Dein Körper derzeit setzt, und stärken Deine psychische Belastbarkeit für diese "Grenzerfahrungen", so dass Du für Dich selbst wieder mehr und mehr Kontrolle über Deinen eigenen Körper erfährst und ein Gefühl für Deine Eigenständigkeit erfährst (Prinzip der Selbst-Ermächtigung).

RESSOURCEN zugänglich und nutzbar machen.

Yoga hat, zahlreichen Studien zufolge, positive Wirkungen auf körperliche und geistige Bereiche. Unter anderem wirkt sich Yoga positiv aus auf:

  • die individuelle Gemütsverfassung
  • den Blutdruck
  • das Atemsystem
  • das Dämpfen von Übererregung
  • die Konzentration.

TSY greift auf Atemtechniken und Körperhaltungen aus dem Yoga zurück und wandelt diese gezielt ab auf die Begleitung und Stabilisierung von traumatisierten Menschen. Dein Körper und Geist kann Dir (wieder) zugänglich als Ressource werden.

Trauma-Sensitives Yoga ist für Menschen, die Yoga noch gar nicht kennengelernt haben, als auch für Menschen, die häufig praktizieren, gleichermaßen geeignet. Es ist eine vollkommen eigene Form des Yoga, die gezielt auf den Auf- und Ausbau des eigenen Körperempfindens und der Stärkung des Gefühls für den Körper als Ressource ausgerichtet ist; Trauma-Sensitives Yoga eignet sich ideal zur Begleitung einer Traumatherapie.

Eine Anmeldung ist erforderlich; bitte teile mir mit, ob Du vor Deinem Einstieg in den fortlaufenden Kurs ein kostenfreies Vorgespräch zum Kennenlernen in Anspruch nehmen möchtest.

Deine Anfrage zu AbaYo kannst Du hier per E-Mail an mich richten.

Ich freue mich auf Dich!

Traumasensitives Yoga: Details und Ablauf

Trauma-Sensitives Yoga (TSY) üben wir einzeln oder in Kleingruppen mit bis zu maximal 5 TeilnehmerInnen. Gerne biete ich Therapeuten und Beratungsstellen an, TSY in ihren Räumlichkeiten mit ihren Klienten durchzuführen, hierzu können Sie mich gern per E-Mail anfragen.

Vor dem Einstieg in den laufenden Kurs führe ich auf Wunsch gerne ein Vorgespräch, in dem wir gemeinsam Dein Anliegen und Dein Ziel besprechen und Du Deine Fragen zum Trauma-Sensitiven Yoga klären kannst.

Ein TSY - Kurs ist in 3 Stufen aufgebaut:

 

  • Einsteiger (1 Einheit = 40 Minuten, wöchentlich findet ein Kurs statt): Diese Einheiten werden in Straßenkleidung ausgeführt; Du benötigst kein spezielles Equipment. Du lernst, Dein Körperempfinden auszurichten auf neutrale Reize wie z.B. Temperatur, Druck, Anspannung oder Entspannung. Du lernst die ersten Körperhaltungen (Asanas) auf dem Stuhl sitzend kennen und erforschen, welche der Körperhaltungen Dir guttun. Der Einsteigerkurs ist reine Ressourcenarbeit.
  • Mittelstufe (1 Einheit = 50 Minuten, wöchentlich findet ein Kurs statt): Auch diese Einheiten können in Straßenkleidung ausgeführt werden; nach und nach beginnst Du, in Strümpfen oder auch barfuß zu üben. Du lernst, zusätzlich zu den Übungen im Sitzen, Asanas (Körperhaltungen) im Stehen kennen und erweiterst den Spielraum Deines Körpers um die Kontrolle des Atems. Die Arbeit mit dem Atem ist eine der Grundlagen von TSY; Menschen mit (komplexen) Traumatisierungen neigen zu oft unbewussten Atemmustern, die wir gemeinsam erforschen, erweitern und in natürliche Atemmuster umwandeln, auf die Du mehr und mehr zugreifen kannst.
  • Fortgeschrittene (1 Einheit = 60 Minuten, wöchentlich findet je ein Kurs statt): Zusätzlich zu den Übungen auf dem Stuhl und im Stehen erlernst Du Haltungen auf einer Yogamatte. Die Einheiten können in Straßenkleidung, gern auch in bequemer Sportkleidung ausgeführt werden. Du beginnst, Deine Körperempfindungen zu verbalisieren. Tatsächlich ist es für viele Menschen sehr schwierig, die Empfindungen ihres Körpers oder bestimmter Körperteile in Worte zu fassen. Das Verbalisieren, also das laute Äußern Deiner Körperempfindungen, kann dazu führen, noch mehr in eine Beobachterrolle und in das Gefühl der Kontrolle über das, was mit dem eigenen Körper geschieht, zu kommen. Desweiteren lernst Du das "Pendeln" zwischen für Dich herausfordernden Empfindungen und Empfindungen, die Dich beruhigen und die Du als Ressource erlebst, kennen. Damit stärkst Du wiederum das Gefühl der Kontrolle über Dich selbst und stellst fest: "Ich kann mich selbst fordern und auch wieder beruhigen." Es ist empfehlenswert, eine eigene Yogamatte zu verwenden. Diese kannst Du dann zusätzlich zuhause nutzen und hast so Deinen persönlichen "sicheren Ort" immer dabei.

 

Ergänzung durch Einzelstunden möglich

Trauma-Sensitives Yoga kann auch in Einzelarbeit in ähnlichen Stufen wie oben beschrieben erlernt werden. In auf Dich zugeschnittenen Einheiten erarbeiten wir gemeinsam ein persönliches Programm, auf dass Du in fordernden Situationen zugreifen kannst, zum Beispiel bei Gefühlsschwankungen oder -überschwemmung. Es kann sinnvoll sein, den laufenden Kurs mit einer Einzelstunde zu ergänzen, in der Du beispielsweise ein kleines Programm für Zuhause erarbeitest.

Bodyscan nach Ruth Lanius

Es kann hilfreich sein, die Arbeit in der Gruppe oder auch Deinen derzeitigen, vielleicht therapeutischen Prozess, für Dich persönlich mit Deinem eigenen Bodyscan und den daraus gewonnen Erkenntnissen zu ergänzen - weitere Infos erhältst Du hier.

Die Arbeit mit den Erinnerungen des Körpers 

Mir ist es ein Anliegen, Folgendes noch einmal zu betonen: TSY ist reine Arbeit mit dem Körper und seinen Empfindungen. Du bist an keiner Stelle aufgefordert, Dein Trauma offenzulegen oder gar darüber zu sprechen; die Aufarbeitung des Traumas sollte immer mit einem dazu ausgebildeten Therapeuten erfolgen. Trauma-Sensitives Yoga begleitet Dich in der Therapie und kann Dich unterstützen, den manchmal sehr schmerzhaften und herausfordernden Prozess der Aufarbeitung zu durchlaufen und abzuschließen.

Deine Anfrage zum Trauma-Sensitiven Yoga kannst Du hier per E-Mail an mich richten. Die Termine findest Du hier. Eine Anmeldung ist erforderlich; bitte teile mir mit, ob Du vor Deinem Einstieg in den Kurs ein kostenfreies Vorgespräch zum Kennenlernen in Anspruch nehmen möchtest.

Ich freue mich auf Dich!

Was unterscheidet Trauma-Sensitives Yoga von einer nicht-traumasensitiven Yogastunde?

Trauma-Sensitives Yoga (TSY) IST KEIN SPORT im eigentlichen Sinne.

Vielmehr entdeckst Du für Dich, welche Haltungen und Bewegungen Dir guttun. Das können kleine, federnde oder auch große, raumgreifende und kraftvolle Bewegungen sein. Manche Körperhaltungen kannst Du als Ressource nutzen, um Dich im Hier und Jetzt, vielleicht in herausfordernden, belastenden Situationen, zu stabilisieren. Manche TSY-Übende entdecken ganz bestimmte Haltungen für sich und üben sie zuhause, um so mehr Sicherheit und Achtsamkeit im Alltag zu integrieren; manche TeilnehmerInnen nutzen bestimmte Haltungen in einer Psychotherapie, um in unangenehmen Situationen und vielleicht auch (Trauma-)Expositionen stabil zu bleiben.

Die Haltungen im TSY können sämtlich in Straßenkleidung oder in bequemer Sportkleidung ausgeführt werden.

ÜBEN IN DER EIGENEN KRAFT, INTENSITÄT UND DAUER.

Trauma-Sensitives Yoga lädt Dich dazu ein, Bewegungen in Deiner eigenen Art und Weise, in Deinem Tempo, in Deiner eigenen Kraft und Intensität auszuführen. Es gibt kein Richtig und kein Falsch - jede Körperhaltung darf sich von der eines anderen Teilnehmers unterscheiden. Wie lange Du in einer Haltung bleibst, bestimmst Du selbst. Die Anleitung durch mich als TS-Yogalehrers bezieht sich rein auf die jeweilige Asana, die anatomisch korrekt ausgeführt werden soll, jedoch nicht auf die Intensität oder die Dauer, in der die Position gehalten wird.

Du DARFST WÄHLEN.

In einer TSY-Einheit lernst Du Möglichkeiten kennen, Deine Haltungen zu verändern, vielleicht von einer statischen in eine fließende Bewegung zu gehen oder sich eine Position so abzuwandeln, dass sie sich für Dich angenehm und richtig anfühlt. Es gibt keine direktiven Anweisungen, denen Du Folge leisten musst; Du  gestaltest DEIN Yoga mit.

ES GIBT KEINE KORREKTUREN / BERÜHRUNGEN durch mich als TS-Yogalehrer.

In einer nicht-traumasensitiven Yogastunde sind Berührungen als Korrektur gemeint und sollen Yoga-Übende dabei unterstützen, die jeweilige Körperhaltung (Asana) anatomisch korrekt zu praktizieren. Traumatisierte Menschen empfinden Berührungen vielleicht als Überforderung; Berührungen könnten Trigger sein und Dissoziation und / oder Fluchtverhalten auslösen.
In einer TSY-Einheit bleibe ich als Anleiterin auf meinem Platz und komme nicht zu Dir, um Deine Haltung zu korrigieren.

Es kann durchaus möglich sein, dass Du Berührungen für Dich benötigst, um Dich selbst zu korrigieren; dies können wir gern vor der jeweiligen Kursstunde individuell absprechen.

WIR ÜBEN IN KLEINGRUPPEN.

Reine Yogakurse weisen oft eine Teilnehmerzahl von oft mindestens 15 Teilnehmern auf. Die Situation wird für traumatisierte Menschen meist dadurch erschwert, dass die Gruppen sowohl gemischt-geschlechtlich sind und dass die Teilnehmer in den Kursen manchmal Matte an Matte üben und gegenseitige Berührungen unvermeidlich sind. Ebenso bekommen sie mit, wenn der Mattennachbar links und rechts vielleicht aufgrund der Anstrengung laut atmet - das kann für Menschen mit komplexen Traumatisierungen bereits ein Auslöser dafür sein, die Yogastunde fluchtartig zu verlassen oder für den Rest der Stunde zu dissoziieren (Triggergefahr). Noch dazu dauern Yogastunden meist 75 bis 90 Minuten; diese lange Zeitdauer kann als sehr belastend empfunden werden, es kann durchaus passieren, dass traumatisierte Menschen in ein Muster des "Aushalten-Müssens" kommen.

Trauma-Sensitives Yoga wird in Kleingruppen mit maximal 5 TeilnehmerInnen geübt. Du hast genügend Platz für Dich und musst keine Berührungen des Nachbarn befürchten. Die Dauer einer TSY-Kurseinheit beträgt für Einsteiger 40 Minuten und für Fortgeschrittene 50 Minuten. 

Nach langem Abwägen habe ich mich dafür entschieden, sowohl Männern als auch Frauen den Zugang in die Gruppe zu ermöglichen.

Ersetzt TSY eine Psychotherapie?

Trauma-Sensitives Yoga ersetzt ausdrücklich keine Psychotherapie. Der Fokus in einer TSY-Einheit liegt auf dem Auf- und Ausbau Deines Körperempfindens. Das erlebte Trauma wird nicht thematisiert.

TSY kann Dich im Verlauf einer Therapie wirksam begleiten und unterstützen. In Absprache mit Deinem Therapeuten kannst Du Sequenzen aus dem Trauma-Sensitiven Yoga in Deiner Therapiestunde nutzen, um Dich selbst zu stabilisieren. Gerade in einer Trauma-Exposition kann dies sehr hilfreich sein. Du hast Deine eigene hilfreiche Ressource bereits "an Bord": DEINEN KÖRPER!

Eine Anmeldung ist erforderlich; bitte teile mir mit, ob Du vor Beginn des Kurses ein kostenfreies Vorgespräch zum Kennenlernen in Anspruch nehmen möchtest. Deine Anfrage zu AbaYo kannst Du hier per E-Mail an mich richten.

Ich freue mich auf Dich!

 

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