Achtsamkeitsbasiertes Yoga

Information für Therapeuten

Was ist AbaYo?

Achtsamkeitsbasiertes Yoga habe ich auf Grundlage des Traumasensitiven Yoga, kurz TSY, mit einer Erweiterung des Fokus auf Klienten mit einer Ess-Störung weiterentwickelt.

TSY wurde im Ursprung von David Emerson entwickelt, der mit seiner evidenzbasierten Arbeit mit komplex traumatisierten Klienten im Trauma Center in Brookline seit 2003 tätig und bekannt geworden ist. Dagmar Härle, Psychotraumatologin und mit eigener Praxis in Basel tätig, machte TSY für Therapeuten und Yogalehrer in Deutschland, der Schweiz und Österreich zugänglich; bei ihr absolvierte ich als Yogalehrerin die Ausbildung in dieser wunderbaren Körperarbeit, die nachweislich vor allem die Auswirkungen der Posttraumatischen Belastungsstörungen bei komplex traumatisierten Menschen deutlich und langfristig reduzieren kann.

Traumasensitives Yoga wurde als therapiebegleitende Körperarbeit entwickelt. Das Konzept fußt darauf, dass das Körpergefühl des Klienten durch Traumata gestört wurde oder sogar ganz verloren ging und durch die Schulung der Wahrnehmung rein sachlicher Reize - intero- und exterozeptiver Reize - wiederbelebt werden kann. 

Der Klient lernt, seine Aufmerksamkeit auf neutrale Reize zu richten, wie zum Beispiel

  • Gewicht / Druck
  • Temperatur
  • Spannung / Entspannung
  • Bewegung / Ruhe
  • Atmung.

Er lernt, angenehme von unangenehmen Empfindungen zu unterscheiden - mehr noch, er erlernt im Laufe der Zeit, Empfindungen zu verbalisieren, für sich zu sorgen und sein Körperbild und Körpergefühl nach und nach positiv zu verändern.

Auf suggestive und / oder imaginative Elemente wird vollständig verzichtet. Die Konzentration richtet sich lediglich auf die Ausführung der Asanas (so werden Haltungen im Yoga genannt); diese sind so abgewandelt, dass Triggerreize minimiert sind. Zu Beginn erlernen die Teilnehmenden die Ausführung der Asanas auf einem Stuhl sitzend. In der mittleren und fortgeschrittenen Stufe erweitert sich das Repertoire um die Wahrnehmung und Beeinflussung des Atems, um Haltungen im Stehen oder Liegen und um die Formulierung der Wahrnehmungen - was vielen Klienten tatsächlich sehr schwer fällt. Der Klient lernt nach und nach Wahlmöglichkeiten kennen und damit seine jeweilige Asana an seine Bedürfnisse anzupassen. Somit erhält er ein Gefühl der Selbstermächtigung, der eigenen, freien Entscheidung.

In einer AbaYo-Einheit bleibt der Fokus weiterhin auf der Wahrnehmung der Sachreize und damit den Auf- und Ausbau des eigenen Körpergefühls gerichtet; erweitert wurde lediglich das Klientel: mit AbaYo möchte ich Menschen mit einer Ess-Störung erreichen. Auch diese Klientengruppe kann in meinen Augen nur von den positiven Wirkungen von achtsamkeitsbasiertem Yoga profitieren. 

Je nach Behandlungsspektrum in Ihrer Praxis lassen sich die TSY-/AbaYo-EInheiten auf die Bedürfnisse Ihrer Klienten anpassen und es ist sicher denkbar, Patienten auch in Einzelarbeit oder mit der Anlage eines Bodyscans im individuellen Therapiefortschritt in Ihrer Praxis zu unterstützen. 

Ihre  Anfrage zu AbaYo können Sie hier per E-Mail an mich richten.

Wie kann AbaYo die Arbeit mit Ihren Klienten unterstützen?

Als Kursleiterin gebe ich Ihren Klienten und Klientinnen mit TSY / AbaYo Tools in die Hand, die alle Beteiligten im Therapieverlauf wirksam unterstützen können und die die Therapie hin zu einem ganzheitlichen Therapiekonzept führt.

Menschen, die das Gefühl zu ihrem Körper verloren haben oder deren Körperwahrnehmung eingeschränkt ist, können in der Therapiezeit lernen, sich auf ihre interozeptive Wahrnehmung zu konzentrieren, bleiben dadurch mehr im Hier und Jetzt und erleben ihren Körper als Ressource. In Expositionen bzw bei schwierigen Themen kann sich Ihr Klient mittels einer kleinen Übung, die er bei mir erlernt hat, selbst unterstützen; er bekommt das Gefühl von Selbstwirksamkeit und vielleicht, daraus erwachsend, mehr Selbstbewusstsein. 

Klienten, die nicht gelernt haben, sich selbst zu beruhigen und / oder für sich zu sorgen, können TSY / AbaYo in einer Therapiesitzung einsetzen und spüren vielleicht, dass sie sich durchaus selbst wieder "herunterfahren" und ihre Emotionen in den Griff bekommen können.

In den TSY / AbaYo-Sitzungen erfährt Ihr Klient durchaus auch die Grenzen seines neurologischen Körperbildes und kann diese in den Therapiesitzungen thematisieren.

Somit profitieren Sie als Therapeut als auch Ihr Klient / Ihre Klientin gleichermaßen von TSY, dem Traumasensitiven / AbaYo, dem achtsamkeitsbasierten Yoga.

AbaYo bei Ess-Störungen
AbaYo für Frauen
TSY bei Traumata

Wann ist AbaYo kontraindiziert?

TSY / AbaYo verzichtet vollständig auf suggestive und / oder imaginative Elemente, so dass die Kontraindikationen, die bis allgemein für Yoga galten, im Grunde wegfallen.

Dennoch ist zu bedenken, dass bei Klienten mit Psychosen eine Fokussierung auf innere Prozesse unter anderem auch eine wahnhafte Verarbeitung bzw. paranoide Interpretation des Geschehens nach sich ziehen kann. Entspannungsverfahren wie TSY oder AbaYo werden hier nur bei ausreichender psychischer Stabilität empfohlen.

Die Abschottung von äußeren Reizen kann grundsätzlich zu einem Hyperarousal führen. Bei Patienten mit einer verstärkten und von Befürchtungen geleiteten Selbstbeobachtung, wie z.B. bei hypochondrisch geprägter Selbstwahrnehmung und damit verbundener Fehlinterpretation körperlicher Vorgänge, kann durch die Fokussierung auf innere Prozesse die (von Sorge geprägte) Symptomatik noch verstärkt werden. Hier können auch Depersonalisations- und Derealisationsphänomene auftreten.

Der Aufbau der Kurseinheiten ist zwar äußerst sensibel und feinfühlig abgestimmt, dennoch kann ich an dieser Stelle nur an die Selbstverantwortung des Klienten appellieren; durchaus ist es an mancher Stelle erforderlich, die Teilnahme bei TSY / AbaYo lieber auf einen geeigneteren Zeitpunkt mit ausreichender psychischer Stabilität zu verschieben. 

Literatur und Hintergrundinformationen

LINKS ZU THEMATISCH INFORMATIVEN INTERNETSEITEN:

www.traumasensitiveyoga.com - Internetseite von David Emerson, Buchautor und Mitbegründer des Trauma Center in Brookline (USA)

www.trauma-institut.eu - Internetseite von Dagmar Härle, Psychotraumatologin und Buchautorin  

www.nicabm.com/trauma-lanius/store-info/ - Internetseite von Ruth Lanius

 

LITERATUREMPFEHLUNGEN:

"Körperorientierte Traumatherapie - Sanfte Heilung mit Traumasensitivem Yoga" (Dagmar Härle)

"Praxisbuch Traumasensitives Yoga" (Dagmar Härle)

 

Ihre Anfrage zu AbaYo können Sie hier per E-Mail an mich richten.