Achtsamkeitsbasiertes Yoga

bei Ess-Störungen

Achtsamkeitsbasiertes Yoga bei Ess-Störungen

Das KÖRPERGEFÜHL stärken und den eigenen Körper wieder KLAR empfinden.

Menschen, die an einer der Formen einer Ess-Störung leiden - Binge Eating, Bulimie und Magersucht - drücken mit ihrem Ess-Verhalten vor allem eines aus: ihre Seele leidet. 

Sie leidet unter den Gedanken, die ständig ums Essen kreisen, leidet unter dem hohen Druck, den Betroffene verspüren. Die Nahrungsaufnahme wird zur Qual, das Selbstbild ist verzerrt, Gefühle und Körperempfindungen können Betroffene nicht oder nur verzerrt wahrnehmen. Oftmals beschreiben Betroffene ihr Verhalten als einen "ewigen Kampf gegen sich und den eigenen Körper".

Das Gefühl und das Bewusstsein für

  • Gewicht / Druck
  • Temperatur
  • Spannung / Entspannung
  • Bewegung / Ruhe
  • Atmung

flacht ab oder wird im Gegenteil sehr extrem wahrgenommen. Betroffene empfinden oft Scham und Schuldgefühle für ihr "abnormes" Verhalten, verschließen sich und fühlen sich unzulänglich und nutzlos. Den eigenen Körper empfinden sie als gegen sich gerichtet: zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein - und versuchen Betroffene dies über ihr Ess-Verhalten zu "korrigieren", spielt auf einmal der Kreislauf verrückt oder es entstehen Krankheiten.

Beim achtsamkeitsbasierten Yoga etablieren wir gemeinsam ein Gefühl für den Körper und für Positionen, die sich sicher (und) angenehm anfühlen. Langsam, in Deinem Tempo, erweitern wir den Spielraum Deines Körpergefühls, tasten uns heran an Grenzen, die Dir Dein Körper derzeit setzt, und stärken Deine psychische Belastbarkeit für diese "Grenzerfahrungen", so dass Du für Dich selbst wieder mehr und mehr Kontrolle über Deinen eigenen Körper erfahren, vielleicht sogar Deinen eigenen Raum wieder erweitern kannst.

RESSOURCEN zugänglich und nutzbar machen.

Yoga hat, zahlreichen Studien zufolge, positive Wirkungen auf körperliche und geistige Bereiche. Unter anderem wirkt sich Yoga positiv aus auf:

  • die individuelle Gemütsverfassung
  • den Blutdruck
  • das Atemsystem
  • das Dämpfen von Übererregung
  • die Konzentration.

AbaYo greift auf aus dem Yoga bekannte Atemtechniken und Körperhaltungen zurück und wandelt diese gezielt ab auf die Begleitung und Stabilisierung von Menschen, die unter einer Ess-Störung leiden, so dass auch sie in den Genuss dieser wunderbaren Wirkungen des Yoga kommen können. Körper und Ihr Geist können (wieder) zugänglich als Ressource sein, auf die Du Dich vertrauensvoll stützen kannst - mehr und mehr.

AbaYo ist für Menschen, die Yoga noch gar nicht kennengelernt haben, als auch für Menschen, die häufig praktizieren, gleichermaßen geeignet. Es ist eine vollkommen eigene Form des Yoga, die gezielt auf den Auf- und Ausbau des eigenen Körperempfindens und der Stärkung des Gefühls für den Körper als Ressource ausgerichtet ist.

Deine Anfrage zu AbaYo kannst Du hier per E-Mail an mich richten.

AbaYo: Details und Ablauf

Achtsamkeitsbasiertes, Yoga - kurz AbaYo - üben wir einzeln oder in Kleingruppen mit bis zu maximal 5 Teilnehmern. Gerne biete ich Therapeuten und Beratungsstellen an, AbaYo in ihren Räumlichkeiten mit ihren Klienten durchzuführen.

Natürlich ist es möglich, mich vor dem Einstieg in die Gruppenstunden in einem kostenfreien Einzelgespräch kennenzulernen.

Ein AbaYo - Kurs ist in 3 Stufen aufgebaut:

  • Einsteigerkurs (8 Einheiten á 50 Minuten, wöchentlich findet eine Kurseinheit statt): Diese Einheiten werden in Straßenbekleidung und -schuhen ausgeführt; Du benötigst kein spezielles Equipment. In diesen Einheiten lernst Du, Dein Körperempfinden auszurichten auf neutrale Reize wie z.B. Temperatur, Druck, Anspannung oder Entspannung. Du lernst die ersten Körperhaltungen (Asanas) auf dem Stuhl sitzend kennen und erforschst, welche der Körperhaltungen Dir guttun. Der Einsteigerkurs ist reine Ressourcenarbeit.
  • Mittelstufe (8 Einheiten á 50 Minuten, wöchentlich findet eine Kurseinheit statt): Auch diese Einheiten können in Straßenkleidung ausgeführt werden; nach und nach erprobst Du, in Strümpfen oder auch barfuß zu üben. Du lernst, zusätzlich zu den Übungen im Sitzen, Asanas (Körperhaltungen) im Stehen kennen und erweitern in Deinem Tempo den Spielraum Deines Körpers um die Kontrolle Deines Atems. Die Arbeit mit dem Atem ist eine der Grundlagen von AbaYo; Menschen mit Ess-Störungen und den daraus erwachsenden Gefühlen zu sich selbst neigen zu oft unbewussten Atemmustern, die wir gemeinsam erforschen, erweitern und in natürliche Atemmuster umwandeln, auf die Du mehr und mehr zugreifen kannst.
  • Kurs für Fortgeschrittene (8 Einheiten á 60 Minuten, wöchentlich findet je eine Kurseinheit statt): Zusätzlich zu den Übungen auf dem Stuhl und im Stehen erlernst Du Haltungen auf einer Yogamatte. Die Einheiten können in Straßenkleidung, gern auch in bequemer Sportkleidung ausgeführt werden. Du beginnst, Deine Körperempfindungen zu verbalisieren. Tatsächlich ist es für viele Menschen sehr schwierig, die Empfindungen ihres Körpers oder bestimmter Körperteile in Worte zu fassen. Das Verbalisieren, also das laute Äußern Deiner Körperempfindungen, kann dazu führen, noch mehr in eine Beobachterrolle und in das Gefühl der Kontrolle über das, was mit dem eigenen Körper geschieht, zu kommen. Desweiteren lernst Du das "Pendeln" zwischen für Dich herausfordernden Empfindungen und Empfindungen, die Dich beruhigen und die Du als Ressource erlebst. Somit stärkst Du wiederum das Gefühl der Kontrolle über Dich selbst und erfährst: "Ich kann mich selbst fordern und auch wieder beruhigen." Es ist empfehlenswert, eine eigene Yogamatte zu verwenden. Diese kannst Du zusätzlich zuhause nutzen und hast so Deinen persönlichen "sicheren Ort" immer dabei.

Ergänzung durch Einzelstunden möglich

Achtsamkeitsbasiertes Yoga kann auch in Einzelarbeit in ähnlichen Stufen wie oben beschrieben erlernt werden. In auf Dich zugeschnittenen Einheiten erarbeiten wir gemeinsam Dein persönliches Programm, auf dass Du in fordernden Situationen zugreifen kannst. Es kann sinnvoll sein, den laufenden Kurs mit einer Einzelstunde zu ergänzen, in der Du beispielsweise ein kleines Programm für Zuhause erarbeitest.

Bodyscan nach Ruth Lanius

Es kann hilfreich sein, die Arbeit in der Gruppe oder auch Deinen derzeitigen, vielleicht auch therapeutischen Prozess, für Dich persönlich mit einem eigenen Bodyscan und den daraus gewonnen Erkenntnissen zu ergänzen - weitere Infos erhältst Du hier.

Die Arbeit mit den Erinnerungen des Körpers 

Mir ist es ein Anliegen, Folgendes noch einmal zu betonen: AbaYo ist reine Arbeit mit Deinem Körper und seinen Empfindungen. Du bist an keiner Stelle aufgefordert, Dein Thema bzw. die Ess-Störung offenzulegen oder gar ausführlich darüber zu sprechen. Die Bearbeitung der Ess-Störung sollte immer mit einem dazu ausgebildeten Therapeuten und ggf. Spezialisten und Ärzten erfolgen. Achtsamkeitsbasiertes Yoga begleitet Dich in der Therapie und kann Dich unterstützen, den manchmal sehr schmerzhaften und herausfordernden Prozess der Aufarbeitung und Veränderung zu durchlaufen und abzuschließen.

Deine Anfrage zu AbaYo kannst Du hier per E-Mail an mich richten.

Was macht AbaYo einzigartig?

AbaYo IST KEIN SPORT im eigentlichen Sinne.

Vielmehr entdeckst Du für Dich, welche Haltungen und Bewegungen Dir guttun. Das können kleine, federnde oder auch große, raumgreifende und kraftvolle Bewegungen sein. Manche Körperhaltungen können als Ressource genutzt werden, um sich im Hier und Jetzt zu stabilisieren - vielleicht in herausfordernden, belastenden Situationen. Manche AbaYo-Übende entdecken ganz bestimmte Haltungen für sich und üben sie zuhause, um so mehr Sicherheit und Achtsamkeit im Alltag zu integrieren; manche nutzen bestimmte Haltungen in einer Psychotherapie, um in unangenehmen Situationen und in Expositionen stabil zu bleiben.

ÜBEN IN DER EIGENEN KRAFT, INTENSITÄT UND DAUER.

Achtsamkeitsbasiertes Yoga lädt Dich ein, Deine Bewegungen in Deiner eigenen Art und Weise, in Deiner eigenen Kraft und Intensität auszuführen. Es gibt kein Richtig und kein Falsch - jede Körperhaltung darf sich von der eines anderen Teilnehmers unterscheiden. Wie lange Du in einer Haltung oder Bewegung bleibst, bestimmst Du selbst. Die Anleitung durch mich bezieht sich rein auf die jeweilige Asana, die anatomisch korrekt ausgeführt werden soll, jedoch nicht auf die Intensität oder die Dauer, in der die Position gehalten wird.

Du DARFST  WÄHLEN.

In einer AbaYo-Einheit lernst Du Möglichkeiten kennen, Deine Haltungen abzuwandeln, vielleicht von einer statischen in eine fließende Bewegung zu gehen oder Dir eine Position so abzuwandeln, dass sie sich für Dich angenehm und richtig anfühlt. Es gibt keine direktiven Anweisungen, denen Du Folge leisten musst.

ES GIBT KEINE UNGEFRAGTEN KORREKTUREN / BERÜHRUNGEN durch den Yogalehrer.

In einer Yogastunde sind Berührungen im Normalfall als Korrektur gemeint und sollen Dich dabei unterstützen, die jeweilige Körperhaltung (Asana) anatomisch korrekt zu praktizieren. Menschen, die ihren eigenen Körper kaum spüren und unter einem verzerrten Körperbild leiden, empfinden Berührungen vielleicht als Überforderung; Berührungen könnten Trigger sein und Dissoziation und / oder Fluchtverhalten auslösen.
In einer AbaYo-Einheit bleibt der Yogalehrer immer auf seinem Platz und kommt nicht zu Dir, um Deine Haltung zu korrigieren. 

Manchmal kann es auch sein, dass Du Dir die Berührung wünschst, um Dich korrigieren zu können - dies kannst Du individuell mit mir absprechen und ist natürlich ebenfalls möglich.

WIR ÜBEN IN KLEINGRUPPEN.

Reine Yogakurse weisen oft eine Teilnehmerzahl von oft mindestens 15 Teilnehmern auf. Die Situation wird oft noch dadurch erschwert, dass die Teilnehmer in den Kursen manchmal Matte an Matte üben und gegenseitige Berührungen unvermeidlich sind. Ebenso bekommen sie mit, wenn der Mattennachbar links und rechts vielleicht aufgrund der Anstrengung angestrengt atmet - das kann für Betroffene einer Ess-Störung bereits ein Auslöser dafür sein, die Yogastunde fluchtartig zu verlassen oder für den Rest der Stunde zu dissoziieren (Triggergefahr). Noch dazu dauern Yogastunden meist 75 bis 90 Minuten; diese lange Zeitdauer kann als sehr belastend empfunden werden, es kann durchaus passieren, dass von einer Ess-Störung Betroffene in ein Muster des "Aushalten-Müssens" kommen.

Achtsamkeitsbasiertes Yoga wird in Kleingruppen mit maximal 5 Teilnehmern praktiziert. Du hast genügend Platz für Dich und musst keine Berührungen des Nachbarn befürchten. Die Dauer einer AbaYo-Kurseinheit beträgt 40 Minuten für den Einstieg.

Ersetzt AbaYo eine Psychotherapie?

Achtsamkeitsbasiertes Yoga ersetzt ausdrücklich keine Psychotherapie. Der Fokus in einer AbaYo-Einheit liegt auf dem Auf- und Ausbau Deines Körperempfindens. Dein Thema bzw. die Ess-Störung wird nicht thematisiert.

AbaYo kann Dich im Verlauf einer Therapie / Beratung wirksam begleiten und unterstützen. In Absprache mit Deinem Therapeuten kannst Du Sequenzen aus dem achtsamkeitsbasierten Yoga in Deiner Therapiestunde nutzen, um Dich selbst zu stabilisieren. Gerade in einer Exposition, also einer Konfrontation mit einem Deiner Grundthemen, kann dies sehr hilfreich sein. Du hast Deine eigene hilfreiche Ressource bereits "an Bord": DEINEN KÖRPER!

Deine Anfrage zu AbaYo kannst Du hier per E-Mail an mich richten.

 

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